Papier als Kostenfresser im Büro

In der DDR war Papier wie vieles andere auch kontingiert.
Betriebe durften nur kleinste Mengen im Handel kaufen. Alle anderen Posten mussten über den sogenannten "Kreisverteiler" erworben werden.

Nach der Wiedervereinigung staunten Ostdeutsche über den verschwenderischen Umgang mit Papier in den "Westbüros".
Das papierlose Büro scheint weiter entfernt denn je.
60 % der Papierkosten in Unternehmen sind innerbetrieblich verursacht.
Da werden zig Kopien von Dokumenten gezogen, damit alle Mitarbeiter es in den Händen halten können. Im Osten tat es ein einfacher Laufzettel. Und was spricht gegen beidseitigen Druck von Informationen, die das Unternehmen nicht verlassen?

Nicht jedes per Computer erstellte Schriftstück, nicht jede eMail muss gleich ausgedruckt werden. Oft genügt es, die Datei zu speichern oder in elektronischer Form weiterzugeben. Und eine interne Mail über das in den meisten Unternehmen ohnehin vorhandene Netzwerk spart das Papier für betriebliche Mitteilungen.

Notizblöcke und Klebezettel gibt es im Fachhandel in unendlich vielen Variationen. Aber reichen nicht oft auch die leeren Rückseiten von verdruckten Papieren oder das Office-Programm des Computers für wichtige Anmerkungen. Letztere bieten im Gegensatz zum traditionellen Zettel an der Pinnwand noch den Vorteil, dass sie sich akustisch in Erinnerung bringen können.

Vorsicht: Die günstigen Preise und die ständige Verfügbarkeit von Papier verleiten zum sorglosen Umgang und lassen Kosten in die Höhe schnellen.

Gewiss, niemand will zurück zur strengen Reglementierung. Büromaterial als Kostenfaktor sollte aber nicht unterschätzt werden. Wegen des Geldes und wegen der Umwelt.